Anne Horsch
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Anne Horsch

Kritiken



Dumpfe Läufe und auftrumpfende Bläsergewitter

Die Ursituation eines geistvollen Gesprächs an der Orgel: auf der Tiefe wabern dumpfe Läufe empor, dazu knurrt das Pedal auf, auf einmal dringt in der Oberstimme ein lang gehaltener Ton durch. Und es beginnt die Orgel zu singen. Anne Horsch imponiert zwar mächtig mit Tutti-Effekten, lässt in Johann Sebastian Bachs Präludium und Fuge G-Dur Flammen auflodern, und der Wind rauscht gewaltig von der Empore herab.
Aber die Organistin “registriert” nie auf den Effekt hin, die Wahl ihrer Register passt sich der Musik an und will nicht nur Kräfte spielen lassen. Sie bringt das Werk durch unendlich feine Nuancen und farbliche Abstufungen im Spiel zum Leuchten.

Einst im Himmel müssen die Zuhörer vielleicht darüber Zeugnis ablegen, ob sie dem Allerhöchsten auf Erden schon einmal begegnet sind - spirituell, virtuell oder sonstwie. In diesem Fall werden sie sich an Anne Horschs Bach-Interpretation erinnern und an das festliche Konzert für Orgel und der Bavarian Chamber Brass.
Ernsthafter sind die Johannes-Brahms-Einlassungen mit der Orgel im Präludium und in der Fuge g-moll. Wieder ist das Spiel von Anne Horsch gedrängt, jede Phrase, jeden Triller mit musikalischem Sinn zu erfüllen. Nichts wirkt großformatig übertüncht. Wie sie etwa durch kleine Verzögerungen die immanenten harmonischen Kühnheiten der Werks hervortreten läßt, zeugt von einem bis ins letzte Detail ausgefüllten Interpretationsansatz.

Manfred Stanka, Münchner Merkur

 

Hochgestimmte Festlichkeit

Berauschender Musikabend mit Orgel und Trompete
Die strahlende Klangintensität der Trompete galt früher als Symbol für Herrschermacht und war das Attribut der Könige. Wenn sie in einem Konzertprogramm auf die Orgel trifft, st hochgestimmte Festlichkeit angesagt. Wenn dann noch herausragende Interpreten wie Anne Horsch und Paul Jacot den Werken Ausdruck geben, ist ungeschmälerter Musikgenuss garantiert. Ein Konzertereignis der besonderen Art.
Das Programm war so angelegt, dass der Orgel nicht nur dienende oder untermalende Funktion zugekommen wäre, sondern durchgehend erlebten die Besucher beide Instrumente als gleichrangig, verbunden allerdings durch ein gleichzeitig harmonisches wie spannungsvoll kontrastierendes Zusammenspiel
Glockenspiel und Stundenschlag ermöglichten im “Carillon de Westminster” von Louis Vierne einen Begegnung mit zeit, Vergänglichkeit und Schönheit. Die Münchner Organistin und Paul Jacot beschenkten das Publikum mit einer Abendmusik von hohem künstlerischen Rang.

Karl Rieck, SZ

Wiederhören macht Freude

CDs wie diese gibt es viele – zumindest auf den ersten Blick. Da ist zum einen das Programm, das sattsam bekannt scheint, gehören doch die Hauptwerke deutscher wie ebenso französischer Orgelromantik von Vierne, Mulet und Reubke längst zum gängigen Repertoire. Und auch die van den Heuvel-Orgel der Pariser Kirche St. Eustache ist auf dem Tonträgermarkt bereits gut vertreten. Das 1989 fertig gestellte Instrument wurde in Anlehnung an die Orgeln von Aristide Cavaillé-Coll gebaut, der mit seinen Orgeln gewissermaßen den Idealtypus französisch-romantischer Orgelbaukunst geschaffen hatZupackend und klar
Trotz aller Versuche, dem Original Cavaillé-Coll gleichzukommen, bleibt es nach wie vor unübertroffen. Das direkte und mitunter etwas kalte Klangbild der van den Heuvel-Orgel weist zwar deutlich romantische Tendenzen auf, entspricht in seiner Gesamtcharakteristik aber eher einem modernen Geschmack. Mit dem interpretatorischen Konzept von Anne Horsch korrespondiert dies aber durchaus, ist dieses doch von einem zupackenden Spiel und strukturell klaren Ansatz geprägt. Die junge Organistin verfügt über eine stupend anmutende Virtuosität, so dass sie z.B. das flirrende Passagenwerk in Julius Reubkes Sonate über den 94. Psalm mit bewundernswerter Selbstverständlichkeit nimmt. Technische Klippen werden mit großer Brillanz umschifft, rhythmische Strukturen à point serviert und dynamische Kontraste auf dem 101 Register umfassenden Instrument in all ihren Extremen ausgelotet.

In sich schlüssig
Horsch zieht nicht nur sprichwörtlich alle Register, mit ihren zupackenden Interpretationen, die rhythmisch straff und insgesamt sehr ‚straight’ sind, ist sie generell nicht gerade zimperlich. Dieser jugendlich-energische Stil ist in sich schlüssig, ausgesprochen selbstsicher und verheißt noch einiges Entwicklungspotential für die Zukunft.

Guido Krawinkel auf www.klassik.com

 

Geistvoller Spielwitz und fromme Emotionen

Eindrucksvolles Orgelkonzert von Anne Horsch
Machtvoll-triumphal, dennoch durchdacht und mit subtiler Genauigkeit, eben geisterfüllt-pfingstlich, so intonierte die Münchner Organistin Anne Horsch Johann Sebastian Bachs großes Präludium und Fuge e-moll BWV 548 in St. Zeno. Die Klangfülle der großen Maerz-Orgel kam ihr dabei natürlich entgegen, um die Struktur des Werkes klar und luzide herauszuarbeiten, ja zu ziselieren.

Der maßgebende Orgelmusikführer von Viktor Lukas notiert über die elf Choralvorspiele von Johannes Brahms opus posthum 122: “Ein spätes, fast schon jenseitiges Echo auf das Barockzeitalter”.
Anne Horsch gab die vier ausgewählten Stücke mit schierer Innigkeit und Dezenz, zugleich hell und luftig. Bei “Es ist ein Ros entsprungen” vernahm man mit Freude, wie dieses Choralvorspiel – jenseits der Weihnachtszeit – seine Gültigkeit auch für den Maienmonat bewahrt. Sehnsucht jenseits religiöser Fundierungen wie frommer Emotionen schwang mit beim “Herzlich tut mich verlangen”. Die Künstlerin interpretierte die abseits der Klangrede des Symphonikers stehenden “Exempel” von der kleinen Maerz-Orgel (Augustinus-Orgel von 1890) aus.
Wieder von der großen Orgel her spielte Anne Horsch dann die Sonate Nr. 6 in d-moll, die sogenannte “Vater unser im Himmelreich-Sonate” aus op. 65 (vom Jahr 1844) von Felix Mendelssohn-Bartholdy.
Machtvoll und mild interpretierte die Organistin den Choral mit den Variationen, wobei sie auf virtuoses Auftrumpfen gerne verzichten konnte. Das berühmte Andante-Finale, das keine thematische Rückbindung zum Choral besitzt, hörte man als Ausklang fromm-froher Eleganz, wundersam verklingend und edel verinnerlicht.

Den Schluß des Konzertabends, der durch seine ebenso intelligente wie sensible Programmgestaltung bestach, bildete Maurice Duruflés “Prélude et fugue sur le nom d’Alain” op. 7.
Anne Horsch deutete das Stück als Opus voll gallischen Esprits. Den immanenten geisterfüllten Spielwitz arbeitete sie überzeugend und souverän heraus. Es obsiegte wieder pfingstliche Heiterkeit, auch im herrlich aufrauschenden Finale.
Das Konzert – das so exemplarisch geglückte – hätte einen deutlich besseren Besuch verdient. Die jedoch, die sich eingefunden hatten, applaudierten begeistert – mit “standing ovations”.

Dr. Christoph Bauer; Südostbayerische Rundschau

 

Das Thema des Konzerts ist die Variation

Die Grünwalder Organistin mit der reichen inländischen und internationalen Erfahrung verachtet die heimische Orgel in St. Peter und Paul nicht.
Anne Horsch geht mit ihren Zuhörern fürsorglich um. Sie schickte ihr Publikum am Freitagabend nicht in die Schwere ahnungslosen Hörens, sondern stellt ihm schlicht und wohltuend verständlich das Thema das Abends vor. Die Variation ... gab dem Abend den Mittelpunkt.
Dagegen ruhen die sechs Variationen über ein deutsches Volkslied “Mein junges Leben hat ein End´” ganz in sich. Anne Horsch gelingt es, diese leisen Variationen ganz in den Zuhörer hinein zu spielen.
Sie schenkt weder sich noch dem Instrument etwas. Bis zum letzten Ton schmeichelt sie der Orgel, überläßt sich ihr, ohne sich zu vergessen, überwindet mit ihr Erdverbundenheit und schwingt zärtlich in diese zurück. So gelingt die hommage an die klassische französische Orgel mit den Variationen über ein Thema von Clément Jannequin von Jehan Alain ebenso vollkommen wie “Prélude, fugue et variation” von César Franck.
Die “Vater-unser-Sonate” von Felix Mendelssohn-Bartholdy ist Klangfülle gewordenes Herrengebet und war so zu hören.

Das Wesen der Musik ist Offenbarung, es läßt sich keine Rechenschaft davon geben.
H. Heine

An diesem Abend ist es so geschehen.

Christa Jansen, Isar-Anzeiger

 

Orgelstunde mit dem Signum des Besonderen

Es war ein Orgelkonzert mit dem Signum des Besonderen, das der Franz-Liszt-Kreis im Rahmen seiner Starnberger Konzerte am Sonntag veranstaltete.
Dazu kontrastierte der ruhige Beginn der 6. Orgelsonate d-moll von Felix Mendelssohn-Bartholdy mit den Variationen über den Choral “Vater unser im Himmelreich”. In jeweils anderem Licht erscheinend, wurde dieser abgewandelt. Glaubenskraft schien dieses Credo des Frühromantikers auszudrücken. Eine aus dem Material des Themas gebaute Fuge war durchsichtig angelegt, das Final, ein liedhaftes Andante, war in seiner Anmut stimmungsvoll gestaltet.
Den imponierenden Abschluss der Orgelstunde bildete die Wiedergabe von Liszts Präludium und Fuge über den Namen B-A-C-H. Die Organistin demonstrierte, wie in diesem überschwänglichen Virtuosenstück das Bach-Thema den Satz durchfurcht und in der Fuge, die einer Fugenfantasie entspricht, mit mancherlei Klangeffekten gipfelt.

Arno Preiser; Münchner Merkur

 

Leidenschaft und Pietät - Orgelkonzert Anne Horsch

Orgelmusik kennen wir als etwas Erhabenes und Heiliges. Dass das Kircheninstrument auch ein Instrument der Leidenschaft und der großen Emotionen sein kann, haben viele Musikliebhaber vielleicht erst auf dem Konzert der Organistin Anne Horsch entdeckt.
Sie entführte ihre Zuhörer in ganz neue Klangsphären. Mit einer spannenden Mischung aus französischen und deutschen Kompositionen vom 17. bis zum 20. Jahrhundert begeisterte die junge Musikerin das Grünwalder Publikum.
Liebevoll erklärte die Musikerin zu Beginn des Konzerts den Ursprung der einzelnen Stücke. Dabei kamen nicht nur die nationalen und regionalen Besonderheiten der Orgelmusik zur Sprache, sondern auch die persönlichen Hintergründe, die die Komponisten bei ihren Werken beeinflusst hatten.
So begeistert sie die Werke vorstellte, so fantastisch interpretierte die Organistin auch die Kompositionen von Nicolas de Grigny, Johann Pachelbel oder Georg Muffat. Dabei bezauberte sie gerade auch in den getragenen Stücken mit der immensen Vielschichtigkeit ihres Instrumentes. Als außergewöhnlicher Abschluß folgten drei Stücke von Jehan Alain, einem Komponisten des 20. Jahrhunderts.
Fast magisch und wie verzaubert hallten die Töne durch das Kirchenschiff und ließen ein bewegtes Publikum zurück. Anne Horsch hat ihren Zuhörern nicht nur einen interessanten Streifzug durch die deutsche und französische Musiklandschaft geboten, sondern auch ein zutiefst ergreifendes und mitreißendes Musikerlebnis.

Carolin Ströbele; Isar-Anzeiger

 

Flirt mit herbem Orgelklang

Anne Horsch und Bach: leidenschaftlich

Die beiden Begriffe sind schwer auseinander zu dividieren. Was wäre die Orgel ohne Bach? Und weil das so ist, ist es heute fast zum Breitensport verkommen, die Orgelwerke des Barock-Genies gesamt aufzuführen. Anne Horsch wäre so ein monumentales Vorhaben zuzutrauen, der wer die Phantasie g-moll, BWV 542 oder das Trio d-moll, BWV 585, so souverän gestaltet, beherrscht fraglos sein Metier.
Zumal die Musikerin bei ihrem Orgelkonzert in der katholische Kirche St. Peter und Paul am Mittwochabend einen leidenschaftlich bewegten, geradezu expressiven Bach in den Vordergrund stellte, dessen todessehnsüchtiger Ruf nach “Nahe, mein Gott zu Dir” in fast jeder Note widerzuhallen scheint. Es ist ein suggestives Spiel, das die Extreme zwischen Klage, Verzweiflung und endlicher Schicksalsergebung umfasst, ein Marsch von der Unterwelt in das Reich des Lichtes. Abseits der großen Komplexität der Werke, deren furios-vertrackte Technik souverän gemeistert wird, ist es diese Leidenschaftlichkeit, die Bach zu einem der Unseren werden läßt. Die Orgel mit ihrem spröden, expressiven und kompakten Klang kommt dieser Intention entgegen.

Dieses Heimspiel hob sich schon durch die Programmauswahl von ähnlichen Anlässen ab. Immer lieferte die Musikerin eine sehr persönlich gehaltene Einführung in die Kompositionen diverser Meister, verfügte dabei über ein geradezu unheimliches Wissen über norddeutsche und französische Orgelschulen, Musiker, Kompositionsweisen und Trends zwischen dem 17. und dem 20. Jahrhundert.
Im Vergleich dazu wirkt die vorangegangene Chaconne f-moll von Johann Pachelbel wie ein schwelgerischer Ohrwurm, und weil hier Horsch plötzlich mit dem herben Orgelklang zu flirten begann, entwickelte der urplötzlich Zartheit und schwelgerischen Wohlklang. So ein Instrument muss eine eigene Seele besitzen – man braucht sie nur aufzuwecken.

Die Toccata septima von Georg Muffat, der Stil des Franzosen Nicolas de Grigny: immer wieder besticht in aller Vielfalt die geschmeidige Tongebung, welche werde pointierte Attacke noch deklamatorische Schärfung ausschließt. Zu einer Nachhilfestunde in der Lehre von Klangfarben gehören drei Werke von Jehan Alain, einem romantisch umdüsterten französischen Jung-Genie der Jahrhundertwende, mit Endzeit-Wehmut und tragischem Gefälle.

Manfred Stanka; Münchner Merkur

 

Organistin aus Leidenschaft

Anne Horsch verschafft in Grünwald Einblick in die Vielfalt der Orgelmusik
Orgelmusik und Leidenschaft. Diese zwei auf den ersten Blick wesensfremden Begriffe hat die Grünwalder Organistin Anne Horsch in ihrem Konzert am Mittwochabend auf faszinierende Weise zusammen gebracht. Die Musikerin präsentierte in der Kirche St. Peter und Paul in Grünwald eine atemberaubende Mischung aus französischer und deutscher Orgelmusik, vom Barock bis zur Moderne.

Dass die Musikerin das liebt, was sie spielt, konnte man schon zu Beginn des Konzerts erahnen. Liebevoll erklärt Horsch den Zuhörern den Ursprung der einzelnen Werke sowie die Besonderheiten der französischen und deutschen Orgelkompositionen. Mit diesem Vorwissen gewappnet, gestaltete sich das Konzert als spannender Streifzug durch die nationalen und regionalen Eigenheiten der Musiklandschaft.

So begann das Programm mit einer außerordentlich fröhlichen Toccata von Georg Muffat, bei der man fast den Eindruck hatte, der Komponist habe sich zwingen müssen, immer wieder einmal an den sakralen Hintergrund seines Werkes zu denken. Etwas getragener, aber gespickt mit höchst anspruchsvollen Trillern und Ornamenten, erklangen dann zwei Stücke des Franzosen Nicolas de Grigny. In düsterer deutscher Schwermut folgte darauf das “Vater unser im Himmelreich” des sächsischen Komponisten Georg Böhm.

Die Begeisterung und Sorgfalt, die die Musikerin bei ihren Ankündigungen zeigte, drückte sich erst recht in ihrem Spiel aus. Insbesondere den Kontrast zwischen dramatischen und ruhigen Phasen, der vielen der ausgewählten Stücken zu eigen war, arbeitete die Organistin mit großer Einfühlsamkeit heraus. Der dramatische Höhepunkt des Abends war die Phantasie und Fuge in g-moll von Johann Sebastian Bach. ... Das Werk ist nach Beschreibung der Organistin als “Kampf” zu sehen “zwischen Vernunft und Verzweiflung”. Wie ein Aufschrei erklang Bachs Komposition im Kirchenraum, selten hat man den Barockmeister mit so viel Zerrissenheit und Gefühlstiefe gehört.

Anne Horsch hat ihrem Publikum an diesem Abend nicht nur einen tiefen Einblick in die Vielfalt der Orgelmusik geschenkt, sondern auch eine Reise in die Welt der großen Gefühle.Carolin Ströbele; Süddeutsche Zeitung

 

Auftakt zu Konzertreihe

Intensive Orgelstunde in Abtei Schweiklberg

Die frisch renovierte Abteikirche Schweiklberg bietet mit der neuen Orgel einen idealen Rahmen für Konzerte. Dies bestätigte am Sonntag in beeindruckender Weise die Münchner Organistin Anne Horsch. Sie eröffnete damit eine Reihe von Orgelkonzerten, die in loser Folge abgehalten werden – ein großer Gewinn für das Kloster und den Vilshofener Raum.

Anne Horsch, die in München bei Prof. Lehrndorfer und in Lyon studiert hat, begann mit dem späten Bachwerk Präludium und Fuge in e-moll. Sie füllte mit vollem Register den gesamten Kirchenraum, brilliert mit exakt gespielten 16tel in der Fuge und bindet mit starkem Pedal die Komposition. Absolut zuverlässig im Rhythmus und feinfühliger Registrierung stellt sie sich als versierte Bachinterpretin vor.

Nach einem bei uns nahezu unbekannten Bachzeitgenossen, dem Franzosen Nicolas de Grigny, der charakteristische französische Klangfarben vorschreibt und der das Zungenplenum der Klais-Orgel fordert, fährt Horsch mit einer sehr meditativen Passacaglia von Jehan Alain fort. Ein großes Plus der Orgel, die vielseitigen Pfeifenregister, kommen hier in idealer Weise zum Klingen.

Die zierliche Organistin bringt die Kirche zum Beben mit der Introduktion und Passacaglia von Max Reger, einer der populärsten Kompositionen Regers. Zum grandiosen Höhepunkt wird die 3. Sinfonie für Orgel von Louis Vierne. In vier sehr unterschiedlichen Sätzen zeigt Anne Horsch ihre ganze Virtuosität, sei es im Intermezzo, wo sie akrobatische Beinarbeit leistet, oder im grandiosen Finale, wo sie die Orgel triumphal steigert.

Die zahlreichen Besucher danken für die intensive Orgelstunde mit anhaltendem Applaus.

Carola Baumann-Moritz; PNP

 up

Betrachtungen über die Ewigkeit

Eindrucksvolles Meditationskonzert auf der Maerz-Orgel in Grünwalder Kapelle

“Meditation bei Kerzenlicht” ist eigentlich eine verdächtige Angelegenheit. Der möglichst barocke Raum in stimmungsheischendes Kerzenlicht getaucht, wozu fromme bis geschmäcklerische Texte zu befürchten sind.

In der Kapelle neben der Kirche St. Peter und Paul ist das anders. Erstens ist das ein klarer und ernster, fast schmuckloser gotischer Raum, zweitens ist die Meditation, die dort am Mittwoch abgehalten wurde und heute wiederholt wird, eine Orgelmeditation.

Die junge Grünwalder Organistin Anne Horsch spielt Choralbearbeitungen von Johannes Brahms, eingerahmt von Stücken aus der “Kunst der Fuge”, Johann Sebastian Bachs wohl letztes und vielleicht tiefstes Werk.

Die großartigen Worte, die Goethe über das “Wohltemperierte Klavier” an seinen Freund Zelter geschrieben hat, passen fast noch besser auf die “Kunst der Fuge”. Goethe schrieb, ihm sei beim Hören dieser Musik zumute, “wie wenn die ewige Harmonie sich mit sich selber unterhalte, wie sich’s etwa in Gottes Busen kurz vor der Weltschöpfung möge zugetragen haben”.

Der zeit seines Lebens im Isartal ansässige Kunst- und Musikhistoriker Walter Riezler meinte dazu: “Hiermit ist in der Tat das Wesen dieser Musik zutiefst erkannt. Ihre grandiose, über alle Menschenwesen erhabene Objektivität, und, als ihr besonderes Geheimnis, ihre Unabhängigkeit von der Zeit.” Anne Horsch hat sich nun die Aufgabe gestellt, diese Musik auf der in der gotischen Kapelle erhaltenen historischen Maerz-Orgel darzustellen.

Dieses 1840 gebaute Instrument ist natürlich alles andere als das, was man sich heute unter einer Orgel für Bachs Musik vorstellt; denn um 1840 ging man von einem auf Fülle ausgerichteten Klangideal aus, das vom barocken meilenweit entfernt ist. Erstaunlicherweise aber kann man Bachs komplizierte Polyphonie gut durchhören, und das “Zeitlose”, das “Objektive” dieser Musik kann man im schlichten kaum von Obertönen aufgehellten grundtönigen Klang sogar gut nachempfinden. Ist also “Orgelmeditation” bei der Wiedergabe von fünf Stücken aus der “Kunst der Fuge” und der Fantasia super “Komm, heiliger Geist, Herre Gott” von Bach nicht nur ein Wort, so sind die Choralvorspiele für Orgel, in welchen Brahms am Ende seines Lebens Rückschau auf das Leben sowie Betrachtungen über das Sterben und die Ewigkeit in Musik brachte, ohnehin Meditationen.

Für diese Art von Orgelmusik aber sind die Orgeln des Münchner Orgelbaumeisters Maerz, die beinahe 100 Jahre lang die Orgellandschaft in und um München beherrschten, sehr gut geeignete Instrumente.

Ein Glück, daß in Grünwald noch eine dieser Orgeln erhalten geblieben ist. Anne Horsch hat sich sehr gut auf die beschränkten, aber auch charakteristischen Möglichkeiten dieser kleinen Orgel eingestellt. Es gelang ihr, diese Stunde bei Kerzenlicht tatsächlich zu einer Meditationsstunde zu gestalten.

Adolf Karl Gottwald; Süddeutsche Zeitung

 

Klangsinn und technische Brillanz

Orgelkonzert mit Anne Horsch in der Kath. Kirche St. Peter und Paul

Das klassische Orgelkonzert-Syndrom (exzellenter Interpret spielt große Literatur vor fast leeren Kirchenbänken), vor dem auch prominente Festivals nicht gefeit sind, scheint in Grünwald kein Thema zu sein, zumindest, wenn eine so profilierte Solistin wie Anne Horsch, die noch obendrein aus der Gemeinde stammt, ein musikalisches Gastspiel gibt. Die Kirche St. Peter und Paul war – Traum jedes Veranstalters – bis zum letzten Platz besetzt. So konnte dann auch – begünstigt durch den intimen Rahmen des nicht zu großen Kirchenraums – eine Atmosphäre entstehen, die Welten von der Anonymität so manchen Orgel-Recitals trennten.

Die klar zeichnende Akustik von St. Peter und Paul und die raumbedingte Konzeption des nun knapp 11 Jahre alten Rieger-Instruments kommen der Interpretation von Barockmusik sehr entgegen. Nicht von ungefähr also wählte Anne Horsch als Eckpfeiler ihres Orgelabends zwei Stücke aus dieser Epoche. Zunächst J.S. Bachs Transkription von A. Vivaldis bedeutendem Concerto a-moll op. 3/8. In Bachs Adaptionen der überaus virtuosen Soloviolin-Stimmen stellte die Interpretin ihre große technische Brillanz unter Beweis. Eine glasklare Artikulation (der in Anbetracht des nachhallarmen Raumes der glückliche Hörer in ganzem Ausmaß teilhaft werden konnte), sowie eine äußerst abwechslungsreiche Registrierung nahmen von Anfang an gefangen.

Als triumphales Schlußstück erklang J.S. Bachs Toccata, Adagio und Fuge C-Dur BWV 564. Auch hier blieben in punkto technischer Souveränität keinerlei Wünsche offen. Besonders hervorzuheben jedoch die überaus lebendige Ausgestaltung der Toccata. Hier konnte Anne Horsch die Früchte ihrer intensiven Beschäftigung mit der Historischen Aufführungspraxis präsentieren.

Als weitere Programmpunkte hörte man Mozarts expressives Adagio, Allegro und Adagio f-moll KV 594, sowie die 6. Orgelsonate und einen einzelnen Sonatensatz von F. Mendelssohn-Bartholdy. Neben der bereits erwähnten Makellosigkeit des Spiels gelang es Anne Horsch auch hier, durch eine äußerst abwechslungsreiche, klangsinne Registrierung, dem Hörer alle Möglichkeiten und Vorzüge des Instruments vorzuführen.

In dem an musikalischen Höhepunkten gewiß nicht armen Musikleben Grünwalds durfte man einen erbaulichen, bedeutenden Konzertabend miterleben.

Stefan Hofbeck; Isar-Anzeiger

 

Organistin zieht auch barocke Register

Die Grünwalder Musikerin Anne Horsch entlockt der Rieger-Orgel in der Kirche St. Peter und Paul ergreifende Akkorde.

Anne Horsch begann ihr Programm mit Johann Sebastian Bachs Orgelfassung des Concerto a-moll für zwei Violinen, Streicher und basso continuo op. 3 Nr. 8 von Antonio Vivaldi recht temperamentvoll. Beim langsamen Satz war man von der Schönheit des Soloregisters entzückt. Der Farbenreichtum und die weiche Intonation der Rieger-Orgel kommen der Orgelmusik von Felix Mendelssohn-Bartholdy sehr entgegen. Anne Horsch spielte Thema mit Variationen und die Orgelsonate Nr. 6 mit Variationen über das “Vater unser” des evangelischen Gesangbuchs. Beide Variationen konnte Anne Horsch auf der Rieger-Orgel charakteristisch registrieren, die spieltechnische Ausführung war makellos.

Adagio und Allegro f-moll hat Mozart als Trauermusik für das Mausoleum des Feldmarschalls Laudon geschrieben.

Heute wird dieses bedeutende Stück gerne auf der großen Orgel gespielt, wo es tiefen Eindruck hinterläßt. Anne Horsch wählte dafür eine Registrierung, die an die Herkunft dieser Musik aus der Tradition der Barockmusik erinnerte. Wie die meisten Organisten entschied sie sich in der Frage historisierende Aufführung oder expressive Wiedergabe für die Interpretation, die den heutigen Hörer ergreift. Das wurde bei der Musik Mozarts und ebenso bei der Bach-Interpretation deutlich. Anne Horsch spielte zum Abschluß ihres kurzen, aber beeindruckenden Konzerts Toccata, Adagio und Fuge von Johann Sebastian Bach BWV 564.

Hier waren ihre Virtuosität und Musikalität am meisten gefordert. Anne Horsch nahm die Toccata mit dem großen Pedalsolo zu Beginn in hohem Tempo und ließ dabei die Manualpassagen virtuos rauschen.

Der Aufbau des Programms verdient besondere Beachtung. Hier war nicht nur die Musik von Bach, das A und O der Orgelmusik, am Anfang und am Ende, hier ging es zweimal um Bachs Auseinandersetzung mit der italienischen Musik seiner Zeit. Zu Beginn die Adaption eines italienische Concertos (von Vivaldi) auf die Orgel, zum Schluß Bachs Übersetzung des dreisätzigen italienischen Konzerts in eigene Orgelmusik; dazwischen die Nachahmung von Bachs Formenwelt durch Mendelssohn und die schöpferische Auseinandersetzung mit dieser Welt durch Mozart.

Adolf Karl Gottwald; Süddeutsche Zeitung

alle Kritiken sind gekürzt wiedergegeben

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letztes Update: Juni 01, 2005

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